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Dieses Vorgehen erweckt auf den ersten Blick
den Eindruck, als ob im Vergleich zur klassischen Physik am Meßprozess
sich nichts geändert hätte. Beim näheren Hinsehen stellt sich
jedoch heraus, daß dem nicht so ist. Das Elektron erhält bei
Absorption und Emission von Photonen einen unvermeidbaren Rückstoß,
der nach Heisenberg als Ursache der Unschärferelation anzusehen ist, d.h.
der Objektzustand wird durch die Messung eindeutig gestört, und dadurch
entstehen die Unbestimmtheiten in Ort und Impuls.
Allerdings muß an dieser Stelle bemerkt
werden, daß die Photonen nicht wie in der klassischen Physik bloße
Anhängsel der ablaufenden Prozesse sind. Das Elektron sendet in der
Quantenphysik spontan Photonen aus und wird von ihnen beeinflußt,
gleichgültig, ob diese registriert werden oder nicht. Es wäre also ein
Fehler, die Photonen gänzlich der Meßabsicht des Experimentators
unterzuordnen und zu behaupten, die Messung sei allein schuld für die
Unbestimmtheit in der Natur.
Erkennt man die Tatsache an, daß
unabhängig vom Meßprozess Photonen spontan absorbiert und emittiert
werden, - was für die Physik eine unbestreitbare Tatsache ist - so wird man
zwangsläufig darauf geführt, daß die Photonen auch ohne Zutun
des Experimentators an den ablaufenden Prozessen wesentlich beteiligt sind.
Es ist zwar richtig, daß die
Meßabsicht des Experimentators einen unvermeidbaren Eingriff mit Photonen
darstellt. Es ist jedoch nicht richtig, daß dieser Eingriff die
Unschärfen in Ort und Impuls ursprünglich erzeugt. Die Unschärfen
waren schon vor der Messung da, und zwar hervorgerufen durch spontan absorbierte
und emittierte Photonen. Was der Experimentator erzeugt hat, ist nur eine
zusätzliche Unschärfe, die ihn allerdings nicht berechtigen darf, zu
behaupten, seine Meßgeräte seien allein schuld für die
Unbestimmtheit in der Natur.
Die Kopenhagener InterpretationMan kann bei vielen quantenphysikalischen
Experimenten erstaunliche, nicht in unsere gewohnte Alltagswelt passende
Phänomene beobachten. Man weiß jedoch oft nicht, wie diese
Beobachtungen zu deuten sind, bzw. was sie über das System aussagen.
Zu diesem Zweck wurde von Europas
führenden Quantenphysikern ein Interpretationsmodell entwickelt, das aus
einem Satz bestimmter Vorschriften, wie und wann die neue Theorie anzuwenden
ist.
Da ihre Schöpfer sie sehr propagierten und
ihre Anwender erstaunliche Erfolge erzielten, gewann die sogenannte Kopenhagener
Interpretation rasch eine im Prinzip bis auf den heutigen Tag unangefochtene
Vorherrschaft.
Dennoch: Über Interpretationen
läßt sich streiten, und so wird die Kopenhagener Interpretation von
vielen Physikern in Frage gestellt.
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